Dienstag, 18. Oktober 2016

[Rezension] "Lebensnacht" von Will Hofmann

Ihr Lieben,

heute möchte ich euch ein für mich völlig untypisches Buch vorstellen. Kein Fantasy, keine Liebesgeschichte, nichts historisches. Es handelt sich um den Roman "Lebensnacht" des Autors Will Hofmann. Ich würde den Roman als Katastrophen-Thriller im Reportage-Stil beschreiben.


Den Klappentext könnt ihr auf obigem Bild nachlesen.

Kurzgefasst geht es darum, dass die Technologie immer weiter voranschreitet und ein neues Szenario entsteht. Der Menschheit ist nun, durch die Forschung des Protagonisten Harry Kaufmann, in der Lage, aus Bakterien Oktan (Benzin) zu erzeugen, z. B. aus Müll. Sehr praktisch und am Anfang eine Riesensensation. Nach kurzer Zeit treten allerdings merkwürdige Todesfälle auf. Menschen bekommen schlagartig starke Schmerzen und lösen sich bis auf das Skelett auf, übrig bleibt eine grünliche Lache, die nach Benzin riecht. Die Krankheit wird bald Oktanose genannt, angelehnt an den Oktan-Begriff und Oktobakter, wie die benzinproduzierenden Bakterien genannt werden. Der Zusammenhang mit den Forschungen bleibt nicht lange unbemerkt. Doch wie kann man die Krankheit bekämpfen? Rund um den Globus sterben Millionen von Menschen und die Suche nach einem Gegenmittel erscheint sehr schwierig...

Insgesamt sehe ich den Roman mit gemischten Gefühlen. Die Thematik finde ich extrem spannend und realitätsnah, deshalb hatte ich mir auch den Roman zum Rezensieren ausgesucht, entgegen meiner sonstigen Vorlieben. Das Thema spricht mich einfach an. Was mich allerdings nicht angesprochen hat, ist der Schreibstil. Er ist sehr nüchtern, beschreibend, nicht ins Detail gehend und erregt so sehr wenig Mitgefühl oder sonstige Emotionen. Für mich sehr reportagemäßig. Nicht das, was ich gerne zur Unterhaltung lese. Durch diesen Stil kann man auch wenig Bindung zu den Hauptfiguren, Harry Kaufmann und seinen Bruder sowie einen alten Nachbarn (welcher als Erzähler auftritt), aufbauen. Die Emotionen der drei werden nur angerissen. Selbst als sich eine kleine Liebesgeschichte abspielt, wird diese recht nüchtern beschrieben. Auch das Ende war völlig ohne Emotion und sehr kurz. Mehr Details und ein paar weitere Seiten hätten meiner Meinung nach dem Roman gut getan.
Gelungen finde ich übrigens die Gestaltung des Hardcovers. Auf weißem Hintergrund erkennt man eine Wirbelsäule, die sinnbildlich für die übrigbleibenden Skelette steht. Der Innenumschlag ist grün, wie der übrigbleibende Rest der Kranken. Der Schnitt ist schwarz, sehr edel und passend für eine tödliche Krankheit.

Wertung: 3,5 von 5 Punkten
Begründung: Die Grundthematik ist äußerst interessant und wissenschaftlich nachvollziehbar erzählt. Problematisch war für mich persönlich der nüchterne, reportageähnliche Stil. Gerade für Leser, die so etwas bevorzugen, ist der Roman allerdings gut geeignet.


Vielen Dank an Literaturtest und den Fabulus-Verlag für das kosten- und bedingungslose zur Verfügung stellen des Romanes.

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